Knochen Ornamente
Naropas sechs Knochen-Ornamente
Der Ursprung der sechs Ornamente Naropas geht auf das 11. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit besuchte der Tibetische Übersetzer Marpa Chökyi Lodrö aus Lhodrak dreimal Indien und viermal Nepal, wo er Hunderten Gelehrten und verwirklichten Meistern begegnete.
Seine wichtigsten Gurus waren der gelehrte Naropa und der Meister Maitripa, von denen er die vollständigen Ermächtigungen und die wesentlichen Anweisungen der letztendlichen Bedeutung aller Sutras und Tantras erhielt. Unter der Anweisung dieser Meister lernte er auch die außergewöhnlichen Lehren des Mahamudra und der sechs Yogas Naropas. Er erlangte die vollständige und letztendliche Erkenntnis durch die Vollendung dieser Übungen.
Am Ende ihrer Begegnung sprach der Meister Naropa zu Marpa: "Der Segen des Meisters Krishnacharya hauchte der Tradition der östlichen Bereiche Leben ein, Meister Aryacharya segnete die südliche Tradition, und König Indrabhodi übertrug seine spirituelle Kraft der westlichen Tradition. Ich übertrage Wellen der Gnade der nördlichen Tradition, dem Schneeland. Es gibt für dich hier nichts mehr zu tun - kehre nach Tibet zurück. Ich übertrage dir die Kraft meines Vermächtnisses; ich ernenne dich zu meinem Regenten auf dem Dach der Welt. Das Schneeland ist reich an geeigneten Schülern, angemessene Gefäße für meine Lehren.“
An diese Erklärung anschließend übergab der Meister Naropa Marpa die Knochen-Ornamente, die er trug und seine Gebetskette aus Rubinen, sowie weitere Ritualgegenstände. Meister Naropa legte seine edlen Hände auf den Kopf seines Regenten Marpa, segnete ihn und gab ihm weitere Unterweisungen. Danach brach er auf, um in allen Richtungen siegreiche Handlungen, jenseits weltlichen Lebens zu vollführen.
Folglich kehrte der Meister Marpa nach Tibet zurück. Er verbreitete dort die Essenz der Lehren durch das Drehen des Dharmarades der letztendlichen Wahrheit für zahllose Schüler. Unter ihnen waren die “Vier spirituellen Hauptsöhne”, denen er vollständig die vier Strahlen seiner mündlichen Anweisungen übertrug.
Einer dieser vier großen Schüler war ein Weiser mit der Fähigkeit, ausgiebige und harmonisch fließende Erklärungen, wie Perlen einer Halskette, zu geben. Er hieß Ngokton Chöku Dorje (1036-1102) und ihm gab Marpa die spezielle Übertragung der vier Klassen der Tantras: grundlegende Texte, Sadhanas, die wesentliche Kommentare und Anweisungen. Marpa vertraute ihm auch die Ritualgegenstände, die als Unterstützung der Praxis Naropas dienen und die Sechs Ornamente an. Prophezeiend sprach er zu Ngokton, "Behalte diese. Für deine Nachkommen in Zukunft, bis zur siebten Generation, ist es für den Meister selber völlig ausreichend zu wissen, wie man Vajra und Glocke hält, um Segenswellen zu gewähren.“
Die Sechs heiligen Ornamente blieben wie vorhergesagt im Besitz der Meister der Ngok-Linie bis zum Beginn der siebten Generation und sie wurden als Unterstützung der Hingabe verehrt.
Der siebte Ngok, Ngokton Jangchub (1360-1446), begegnete Kunga Paljor, dem Gyalwang Drukpa in seiner zweiten Wiedergeburt. Ngonton Jangchub übertrug Gyalwang Drukpa vollständig und ohne Ausnahme die Lehren, die in der Ngok-Linie übertragen worden waren und überbrachte ihm die Sechs Ornamente und neben anderen Schätzen die Einweihungsvase Lama Ngoks. Indem er ihn zum Linienhalter seiner Lehren ausrief, erklärte er: "Der Dharma kehrt in die Hände seines herrschaftlichen Besitzers zurück!“ und gab daraufhin bekannt, dass der Siegreiche Drache (tib.: Gyalwang Drukpa) die Inkarnation Naropa ist.
Seither haben die Gyalwang Drukpa, die Ornamente als Unterstützung für Hingabe behalten und den aufeinander folgenden Inkarnationen weitervererbt. Die Gyalwang Drukpa machten sie durch Zurschaustellung all jenen vom Glück begünstigten Wesen zugänglich, so dass diese hierdurch Verdienste ansammeln können.
Kommentare (0)
Zeige/Verstecke Kommentare




