drukpacouncil.org
   
Text Size

Begründer der Drukpa Linie

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Tsangpa Gyare Yeshe Dorje (1161-1211) war einer der außergewöhnlichsten Schüler Ling Repas. Er war der Begründer der Drukpa Tradition und der erste Gyalwang Drukpa.

Tsangpa Gyare wurde in vielen Texten vorhergesagt und als die unumstrittene Emanation Naropas anerkannt. Khenpo Ngawang Choedrak zitiert Buddhas Vorhersage aus dem Grundlegenden Tantra Manjushris (Toh. 543):

"Dreitausend Jahre nach meinem Nirvana wird Sonam Nyingpo erscheinen in seiner zukünftigen Inkarnation im Schneeland. Er wird in die Rasse der Hwashang (Chinesen) geboren werden und ihm wird der Namen Gelong Yeshe Dorje gegeben werden. Er wird dem Weltlichen entsagen und freiwillig die letztendliche Bedeutung begreifen. Er wird fühlende Wesen zur Befreiung bringen und jenseits der beiden Extreme im Wesentlichen verweilen und so meine Lehren zum Blühen bringen."

Die Familiengeschichte Tsangpa Gyares ist höchst interessant; er war der Jüngste von sieben Brüdern eines chinesischen Vaters. Sein Urgroßvater Lhaga ließ sich in Tibet nieder, nachdem er die Chinesische Prinzessin Wencheng der Tang Dynastie begleiten hatte, die den berühmten tibetischen König Songtsen Gampo (617-650) geheiratet hatte. Lhaga war einer der beiden starken Chinesen, die auserwählt wurden, den Wagen nach Tibet zu ziehen, der die kostbare Statue des Jowo Shakyamuni enthielt. Die chinesische Prinzessin bat ihren Vater, den Kaiser T'ang Tai-Zong, ihr die Statue als Teil ihrer Mitgift zu geben.

As Tsangpa Gyare was born in the region of upper Nyang in the Tsang province, he is known as Tsangpa. Since he became a cotton-clad yogi and was of Chinese ancestory, he was called Gya Repa. In the early part of his life, he was called 'Gyaton' which literally means 'Chinese teacher'.

Weil Tsangpa Gyare in der oberen Gegend Nyang in der Tsang Provinz geboren wurde, ist er als Tsangpa bekannt und weil er ein Yogi, der nur ein Baumwolltuch trägt (Repa) wurde und seine Vorfahren aus China (tib. Gya) waren, nannte man ihn Gya Repa. In den frühen Jahren seines Lebens wurde er Gyaton genant, was wörtlich übersetzt „chinesischer Lehrer“ bedeutet.

Zur Zeit seiner Empfängnis soll seine Mutter, Khandroma Mangza Darkyi, große Glückseligkeit erfahren haben. Sie träumte, daß ein gutaussehender Kristallprinz mit einem kühlen Mondstrahl in seiner rechten Hand und einem Lotus in seiner Linken auf ihrer rechten Seite in sie eintrat. Vor ihrer Niederkunft hörte sie klar und deutlich den Klang von Dharma-Belehrungen, die unablässig gegeben wurden. Tsangpa Gyare wurde im Sommer 1161 in einem Nomadenzelt unter vielen wundervollen und glücksverheißenden Zeichen geboren. Nach seiner Geburt stellte seine Mutter jedoch zu ihrem Ehrschrecken fest, daß ihr Kind als nicht mehr erschien als ein in ein Stück Haut gehüllter Klumpen Fleisch. Sie weinte und verließ es, weil sie verängstigt und beschämt war, daß so etwas aus ihrem Körper hatte kommen können. Sie erzählte ihrem Bruder Lha-nyen von diesem merkwürdigen Ding, woraufhin sie beide zu ihm gingen, um es anzuschauen. Aus der Ferne konnten sie einen Geier über dem Zelt kreisen sehen. Weil sie befürchten mußten, daß der Geier das Ding gefressen haben könnte, waren sie voller Sorge. Sie entdeckten jedoch bei ihrer Rückkehr, daß der Klumpen sich geöffnet hatte und daraus ein hübscher Junge erschienen war. Sein Körper war mit zahlreichen Zeichen der Erleuchteten versehen. Der Geier, in Wirklichkeit die Emanation einer Dakini beschützte den Fleischklumpen mit seinen großen Flügeln bis der Säugling die umhüllende Haut mit seinem Fuß durchbrochen hatte, wobei der einen tiefen Fußabdruck in einem Stein hinterließ.

Weil seine Eltern arm waren und nicht in der Lage waren, so viele Kinder zu versorgen, gaben sie ihn zu einer Familie von Bön-Praktizierenden, die ihn adoptierten und ihm den Namen Yungdrung Pal gaben. Mit vier lernte er lesen und schreiben. Seinen Spielkameraden erzählte er, daß das Töten einer jungen Ziege bisher das einzige Schlechte gewesen sei, was in seinem gesamten Leben getan hatte. Seither hatte er das starke Bedürfnis, sich von weltlichen Dingen zurückzuziehen. Sein älterer Bruder namens Naljorpa Sangpo wußte, daß dies seine Veranlagung war und machte ihn mit Lopon Kharchungpa bekannt, der sein erster Lehre wurde. Als er acht Jahre war starb seine Mutter, worauf er die Novizen-Gelübde von Lopon Tathangpa annahm und den Namen Sherab Dutsi Khorlo erhielt. Als Novize lernte er Abhidharma, Logik und bekam intensive Unterweisungen in dem Bodhisattvacharyavatara und Kadampa durch Geshe Omthangpa. Später brachte ihn sein älterer Bruder Kaldhen mit dem Dzogchen Khenpo in Kontakt, von dem er umfangreiche Belehrungen erhielt und zudem lernte, wie man das Kamkani Mantra rezitiert. Als er fünfzehn war, verstarben seine beiden älteren Brüder Kaldhen und Lopon Tathangpa innerhalb von fünf Tagen. Tsangpa Gyare erkrankte ernsthaft an einer Ohrentzündung. Nachdem er die anstehenden Begräbnis-Feierlichkeiten ausgeführt hatte, gab er seine erste öffentliche Belehrung in Yung.

Mit neunzehn lud er den Meister Kharlungpa nach Saral ein, der ihn drei Jahre später förmlich zum “Grossen Lehrer” ernannte. Es existiert ein detaillierter Bericht darüber, wie er sein Gesicht mit vielen Farben bemalte, magische Tänze ausführte und Belehrungen gab, die sogar von kleinen Kindern verstanden wurden. Von einem Anhänger aus Shang erhielt er die ersten Opfergaben, ein Behälter voller Salz, für seine Belehrungen. Auch sein Vater und seine älteren Brüder wurden seine Anhänger.

Nachdem er erfuhr, daß Ling Repa nach Ralung eingeladen war, begab er sich dorthin, um ihn zu treffen. Bei diesem ersten Treffen ließ er sich keine Belehrungen von Ling Repa geben, aber nachdem sie eine Weile miteinander geredet hatten, war er sehr beeindruckt von Ling Repa. Später pflege Tsangpa Gyare zu sagen:” Bei diesem Treffen muß ich seinen Segen erhalten haben.” Mit 23, auf dem Weg zurück von seiner Reise nach Lhasa und Samye traf er Ling Repa in Trengpo Mereg und erhielt ausführliche Unterweisungen in der Praxis psychischer Hitze, Tummo genannt. Er war nach nur wenigen Tagen der Übung in der Lage, einzig und allein ein Baumwolltuch zu tragen. Dies wird als Zeichen schneller Verwirklichung angesehen. Als Tsangpa Gyare an Pocken erkrankte baten Tonpa Dorgyal und andere, sie vom Unterricht zu befreien aus Angst, angesteckt zu werden. Der Lehrer antwortete darauf, daß sie hierbleiben könnten und über die Belehrungen diskutieren sollten, während er Tsangpa Gyare nach Naphu begleiten wolle, um ihn dort zu versorgen.

Obwohl er noch einige Zeit krank war, übte sich Tsangpa Gyare eifrig in den Anweisungen, die ihm Ling Repa gegeben hatte und machte dadurch tiefgründige Erfahrungen. Unbeweglich verharrte er auf seinem Meditationssitz und sein Geist löste sich in die Weite des Himmels. Er berichtete Ling Repa von seinen meditativen Einsichten und bat um weitere Übungen. Tsangpa Gyares Meditation verbesserte sich soweit, daß er seinen Lehrer klar und deutlich als die untrennbare Natur aller Erleuchteten erkennen konnte. Mit reiner Hingabe brachte er Ling Repa ein Pferd als Zeichen seiner Dankbarkeit dar.

In Lhodrak entdeckte Tsangpa Gyare einen esoterischen Schatz meditativer Anleitungen namens „Die sechs des Gleichen Geschmacks“, die Rechungpa, der Mondgleiche Schüler Milarepas, aus Indien mitgebracht hatte und versteckte, damit sie zur rechten Zeit von der rechten Person zum Wohle zukünftiger Gernerationen wiederentdeckt werden würde. Nachdem er drei Monate ohne sich zu bewegen unter einem Baum meditiert hatte, erschienen ihm sieben Buddhas und enthüllten die tiefgründigsten esoterischen Anleitungen, die er „Die sieben glückverheißenden Belehrungen“ nannte.

Tsangpa Gyare gründete im Jahre 1193 unter der Anleitung Ling Repas das Kloster Shedrub Chokhor Ling in Ralung in der Nähe von Tsang, der ihm zudem aufgab, umfassend zu lehren und ihm seine Yidam (Meditationsgottheit) gab. Auf seinem Weg nach Ü (Zentral-Tibet) im Jahre 1206, wo er ein großes klösterliches Zentrum gründen wollte, erreichten er und sein Gefolge Namgyi-phu, wo neun Drachen (später wurde gesagt, ,daß diese die Manifestationen der neun indischen Mahasiddhas seien) sich vom Boden erhoben und über ihnen aufstiegen, wobei sie wie Donnerklang brüllten und es wundersam Blüten regnete. Dadurch ist die Linie als der Drukpa-Orden oder die Drukpas (Druk bedeutet Drachen auf Tibetisch) bekannt. Das Kloster, das an dieser Stelle gebaut wurde, erhielt den Namen Druk Sewa Jangchub Ling (Der Platz der Erleuchtung der letztendlichen Drachen Linie), blieb für lange Zeit der Hauptsitz der Drukpa Tradition, und der Ort wurde als „Namdruk“ (Tibetisch für Himmels-Drachen) bekannt. Einige tausend Hütten wurden im gleichen Jahr erbaut.

Tsangpa Gyare entdeckte Teile der heiligen Pilgerorte Tsaris, ein kraftvoller Platz Chakrasamvaras. An diesem ungewöhnliche Ort sah er sein Yidam Chakrasamvara, der ihm weissagte, daß er der zukünftige Buddha Möepa sein werde. Entsprechend den geheimen Anweisungen der Dakinis, verschaffte er Zugang zu vielen Dharmaschätzen im südlichen Tibet.

Tsangpa Gyare wurde aufgrund seiner spirituellen Fähigkeiten als Druk Thamchä Khyenpa, der Allwissende Drache, bekannt und ehrfurchtsvoll „Je Drukpa“ (Drachenmeister) oder „Drukchen“ (der Grosse Drache) genannt. Weithin als Drukchen Rinpoche bekannt, ist die richtige Anrede für diesen erleuchteten Lama und die Folge seiner Wiedergeburten Gyalwang Drukpa. Er war ein berühmter Lehrer, dessen Unterweisungen mitunter 50,000 Menschen gleichzeitig erhielten. In den Aufzeichnungen werden 88,000 herausragende Schüler benannt, von denen 28,000 erleuchtete Yogis waren. Seine Tradition wurde aufgrund ihrer Reinheit, Bescheidenheit und Askese der Anhänger und die Tiefgründigkeit der spirituellen Lehren bekannt. Er verfasste einen berühmten Kommentar des Chakrasamvara-Tantra und lehrte extensiv.

An einem Frühlingsmorgen im Jahre 1211 erschienen viele ungewöhnliche Omen wie Erdbeben, Regenbögen und Kometen bei Tageslicht, während sich Tsangpa Gyare gerade anschickte, einer jährlichen Einweihung vorzustehen. Viele Menschen versuchten, ihn von dieser Einweihung abzuhalten, weil sie davon ausgingen, daß diese Zeichen Hinweis für ein großes Hindernis seines Lebens sei. Trotzdem gab er die Einweihung. Am Ende des zweitenTages der Einweihung sagte er: „Auch wenn alle Buddhas der drei Zeiten hier wären, so könnten sie doch nichts anderes tun als das, was ich getan habe.“ Als er dies sagte war er in glücklicher Stimmung. Am nächsten Tag jedoch wurde er krank. Es wurden viele Gebete für seine baldige Genesung und seine Gesundheit abgehalten. Er sagte jedoch, daß er den Herbst des gleichen Jahres sterben werde und gab seinen letzten Rat:

"Die Linie dieser Tradition wird stark bleiben und sich weiter entfalten. Diejenigen, die die die Mahamudra-Anweisungen erhalten haben sollen in ihre Praxis sich auf sich verlassen können und sollten sie an andere weitergeben. Die anderen sollen den Tod ihres Lehrers für die Dauer von drei Jahren betrauern. Die besten unter euch sollten sich in Meditationszellen einschließen und anderen von dort behilflich sein. Die Älteren sollen ein bis zwei Schüler mit sich nehmen und sie in regelmäßigen Klausuren in Einsiedeleien, Leichenplätzen, Wäldern und Höhlen anleiten. Lasst diejenigen, die aus Trauer über meinen Tod tanzen wollen, tanzen. Lasst diejenigen, die aus Trauer über meinen Tod weinen wollen, weinen. Lasst diejenigen, die aus Trauer über meinen Tod beten wollen, beten. Weil Mitgefühl und Weisheit die Grundlage meiner Praxis in diesem Leben war, werden sie dies auch in meinen zukünftigen Leben sein. Ihr solltet versuchen zu praktizieren, vor allem die Guru Yoga Praxis. Wenn ihr berechtigte Zweifel habt, werden diese in euren Träumen beantwortet. Wenn ihr diese Hingabe aufrechterhalten könnt und so später zu mir betet, wird der Segen größer als jetzt sein.“

Kommentare (0)

RSS feed Kommentare

Zeige/Verstecke Kommentare

Kommentar schreiben


busy